Die Lüge des Monats

(Oktober 1999)

Von Hans-U.Jakob, CH-3150 Schwarzenburg 24.10.99

 


 
Frage:
 
Stimmt es dass;
Je dichter die Mobilfunk-Sendemaste stehen, desto schwächer deren Strahlungsleistung wird?
Ich habe gelesen, am besten für die Volksgesundheit wäre ein Abstand von weniger als 300m zwischen zwei Sendemasten
.
 
 Antwort:  
Das ist höherer technischer Blödsinn und trifft nicht im Entferntesten zu.
95% der Leistung eines Sendemastes werden dazu benötigt um mit der Strahlung Gebäudewände und Blechwände von Autos und Eisenbahnen zu durchdringen.
Lediglich etwa 5% der Strahlungsleistung eines Sendemastes werden zur Überwindung der Distanz benötigt.

Bei theoretischer Sichtverbindung und mit Aufenthalt im Freien kommt man spielend auf Distanzen von 50km und mehr. Dies mit eingehaltenen Grenz- und Vorsorgewerten.

Es gilt folgende Faustregel:
Ist die Wellenlänge länger als eine Gebäudewand dick, geht die Strahlung problemlos hindurch. Ist eine Gebäudewand jedoch dicker als die Wellenlänge einer Strahlung bleibt der grösste Anteil der Strahlung draussen und es hilft hier nur noch mehr Power zu geben. Mit der Distanz hat das herzlich wenig zu tun.
 


 
Frage:

 

 
Und wie lang sind die Wellenlängen im Mobilfunk?
 
 
Antwort:

 


 Die lassen sich folgendermassen sehr einfach berechnen:
300 geteilt durch die Frequenz in MHz (Megaherz) ergibt die Wellenlänge in Metern.
Demnach beträgt die Wellenlänge bei Swisscom- und Diax-Anlagen 0.33m (300/900) und bei Orange-Anlagen 0.166m (300/1800)
 
 
 
Frage:

 


 Aber demnach könnte man ja mit Orange im Innern von Gebäuden gar nicht telefonieren? Gebäudewände sind doch dicker als 16 cm!
 
 
Antwort:

 

 
Deshalb gesteht man ja der Firma Orange wesentlich höhere Grenzwerte zu, damit die mehr Power geben können, um auch in die Häuser hineinzukommen. Für Swisscom und Diax betragen die Grenzwerte rund 40V/m und für Orange rund 60V/m. Und Orange hat fast doppelt so starke Sender wie Swisscom und Diax.
 

 
Frage:

 

 
Wie verhält es sich dann bei Autos und Eisenbahnen, die haben doch nicht so dicke Wände ?
 
 
Antwort:

 

 
Ja, aber Stahl und Eisen haben einen bedeutend höheren Dämpfungsfaktor als Backstein. Somit ist das Ganze wieder etwa ausgeglichen.
 
 
Frage:

 

 
Weshalb erklären dann unsere Bundes- und Kantonsbehörden, ein Abstand von je 300m zwischen 2 Sendemasten wäre für die Gesundheit geradezu ideal? Irren sich diese?
 
 
Antwort:

 

 
Behörden irren sich nie, in diesem Fall hier lügen sie ganz bewusst !