Smog in der Stadt (Luftverschmutzung)
Der Begriff Smog stammt aus dem Englischen. Das Wort setzt sich aus Smoke (Rauch) und Fog (Nebel) zusammen. Der Smoganteil ist besonders in Großstädten und Industrieballungsräumen sehr hoch. Man differenziert zwischen Winter- und Sommersmog, auch Los-Angeles-Smog genannt. Beide Smogarten unterscheiden sich in ihren Produkten und Wirkungen.Wintersmog
Dieser Smog produziert bei der Verbrennung vor allem Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid und Staub. Damit es zu einer hohen Belastung durch Wintersmog kommt, ist eine relative Windstille nötig. Eine warme Luftschicht liegt über einer kalten Schicht, die sich nah am Boden befindet, was verhindert, dass Abgase nach oben in die Atmosphäre entweichen können und sich so über die Stadt legen. Wintersmog reizt die Schleimhäute und erschwert die Atmung.
Sommersmog/Los-Angeles-Smog
Sommersmog bildet sich durch Sonneneinstrahlung aus Stickoxiden und Kohlenwasserstoffen. Beides sind Vorläuferstoffe, aus denen letztlich Ozon entsteht. Sommersmog wird auch 'Los-Angeles-Smog' genannt, da hier die Sonneneinstrahlung sehr hoch ist und viel Smog entsteht. Sommersmog besteht außerdem aus Salpetersäure und Peroxynitraten. Auch Ozon löst Atembeschwerden aus und ist besonders für Asthmakranke gefährlich.
Stickoxide und Kohlenwasserstoffe werden vor allem durch Kraftfahrzeuge, industrielle Verbrennungsprozesse und den Einsatz von Lösungsmitteln freigesetzt. In Großstädten herrscht eine besonders hohe Verkehrsdichte und es sind weitläufige Industriegebiete vorhanden. Die Smogwerte übersteigen hier oftmals die Grenzwerte von 120 Mügramm pro Kubikmeter, die in der Europäischen Union zum Schutz der Gesundheit festgelegt wurden.
In den Großstädten Italiens trägt der Tourismusverkehr und die schlechte Vernetzung durch öffentliche Verkehrsmittel zum Anstieg der Werte in den Großstädten bei. Umweltorganisationen fahren im Sommer hier von Stadt zu Stadt, um die Werte zu messen und die Einwohner aufzuklären. Sowohl in Neapel, als auch in Brescia, Mailand und Alessandria überstiegen die Werte deutlich die kritische Marke. Anfang der 50er Jahre starben in London über 4000 Menschen durch massive Luftverschmutzung. Diese hatte ihre Ursache hauptsächlich in den Heizsystemen, die mit schwefelhaltiger Kohle betrieben wurden. Besonders hohe Smogwerte treten auch in Moskau auf. Moskau hat sehr viel Industrie und ebenfalls veraltete Heizsysteme. Im Sommer 2010 sorgten dann zusätzlich Waldbrände für eine immense Luftverschmutzung. Auch in Deutschland gab es zeitweise hohe Smogwerte. In Berlin wurde in den 80er Jahren Smogalarm der Stufe 3 ausgerufen, mit dem ein Verkehrsstopp verbunden war. Daraufhin wurden verbesserte Filtersysteme in der Industrie entwickelt und die Werte sanken wieder. Im Jahr 2008 wurde die Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele durch eine riesige Nebelwolke, die über Peking hing, getrübt. Fabriken mussten ihr Produktion für einige Zeit komplett einstellen, der Verkehr wurde durch Ausnahmeregelungen eingeschränkt. Autos mit geraden Nummernschildern fuhren an einem Tag, Kraftfahrzeuge mit ungeraden Nummern am nächsten Tag. Generell ist die Luftverschmutzung in der Metropole Chinas sehr groß. Internationale Richtlinien, die eine bestimmte Menge an Partikeln festlegen, die sich in der Luft befinden dürfen, können nicht eingehalten werden.
Zurück nach Europa - Wien ist neben Stockholm und Zürich eine der Großstädte, mit der geringsten Luftverschmutzung. Den größten Beitrag dazu leisten sicherlich die vielen Grünflächen, wie sie nur sehr selten in Großstädten zu finden sind. Neben kleineren Parks, wie beispielsweise dem Stadtpark, zählen zu Wien außerdem einige weitläufige Parkanlagen. Dazu gehört der Schwarzenbergpark, genauso wie der Wienerwald (www.lainzer-tiergarten.at) , der Teil des Biosphärenreservates ist. Hier erstreckt sich ein Naturschutzgebiet, das zu großen Teilen von Wald bedeckt ist und in dem Wildtiere frei leben. Eine Studie des Max-Planck-Institutes belegt, dass Pflanzen 123 Milliarden Tonnen CO2 im Jahr aufnehmen und somit stark zur Reinigung der Luft beitragen.