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Der Beitrag aus der Medizinmeteorologie zur Diskussion der gesundheitlichen Risiken der Mobilfunkfrequenzen stützt sich im wesentlichen auf die im Rahmen privater Industrieforschung in den 70er Jahren nachgewiesene biochemische Wirksamkeit bestimmter Komponenten (Sferics) der natürlichen el.mag. Impulsstrahlung der Atmosphäre (AIS). Dabei konnten unter Ausschluß aller übrigen meteorologischen Umweltparameter resonanzfähige Sfericsformen aus festliegenden Frequenzbändern (3 bis 60 kHz) der AIS als die Ursachenfaktoren der Meteorotropie* der beim Kupfertiefdruckverfahren eingesetzten Dichromat-Gelatine identifiziert werden. Dieser Nachweis kann als ein entscheidender Schritt in der Ursachenforschung der „Wetterfühligkeit“ gelten.

*Meteorotropie  =  Beeinflußbarkeit  durch  meteorologische  Umweltfaktoren,  Wetterempfindlichkeit.

 

      Zur Meteorotropie der fotografischen Dichromat-Gelatine.

Wettereinflüsse auf die biochemischen Eigenschaften dünner Dichromat-Gelatinefilme
von Hans  Baumer

 

1. Notizen aus der Geschichte der Druckindustrie.

Seit Jahrhunderten waren die Menschen bestrebt, niedergeschriebenes Wissen durch Reproduktion zu vermitteln. Den Anfang machte Joh. Gutenberg, der mit seiner ersten gedruckten Bibel 1454 das Zeitalter des Massendrucks eröffnete. Die Erfindung der Schnellpresse für die Londoner „Times“ 1814 brachte den ersten Höhepunkt der Rationalisierung. Als W.H.F. Talbot 1844 das erste fotografische Verfahren mit kopierbaren Negativen erfunden hatte, entstand sogleich der Zwang, fotografische Bilder auch in Massenauflagen zu reproduzieren. Dies war aber bis 1882 nur möglich, wenn jede Fotografie zuerst manuell in einen Stahlstich oder Holzschnitt umgewandelt wurde, denn nur so konnte gleichzeitig Text und Bild gedruckt werden. Als getrennte Bildbeilagen versuchte dies der Brite W.B. Woodbury 1869, indem er ein fotografisches Verfahren entwickelte, die Bildvorlage als Relief in einer Chromgelatineschicht herzustellen. Auf diese Weise konnte er zwar nur 120 Drucke in der Stunde herstellen, aber er erreichte zunächst ein Weltmonopol.  

1858 gründete Friedrich BRUCKMANN in München den „Verlag für Kunst und Wissenschaft“, dessen Bestreben es war, möglichst originalgetreue Reproduktionen von Gemälden oder Grafiken in großer Auflage herzustellen, damit „der pädagogische Auftrag eines Verlags ... klassiches Bildungsgut weiten Kreisen in bestmöglicher Qualität anzubieten“, erfüllt werden konnte.  

Doch für Friedrich BRUCKMANN war kein vorhandenes Reproduktionsverfahren seinen Vorstellungen entsprechend. 1875 kaufte er das britische Woodbury-Verfahren auf und brach dessen jeden Fortschritt verhinderndes Weltmonopol. Gleichzeitig schlug 1882 in München durch die Erfindung des „Rasters“ dem Hoch- oder Buchdruck die große Stunde, denn mit dieser „Autotypie“ (Selbstdruck) stand erstmals ein fotomechanisches Verfahren zur Verfügung, bei dem allein der physikalische bzw. biochemische Prozess der Fotografie und nicht mehr das manuelle Können der Holzschneider oder Stahlstecher die Qualität einer Reproduktion bestimmte. 

Friedrich BRUCKMANN genügte dieser bahnbrechende Fortschritt allerdings noch immer nicht für die Ansprüche der Kunstwissenschaften und Kunstdiskussionen in der damaligen Zeitströmung des Historismus. Sein Verlag hat durch seine weiteren unternehmerischen Tätigkeiten und Forschungen nicht nur das eigene Niveau, sondern in zunehmendem Maße auch die Grundtendenz im kulturellen Habitus ganz Europas bestimmt, so daß sich damit z.B. auch die Trennung zwischen Amerika und Europa in der Auffassung von Kunst und Kultur vertiefte. An der weiteren Steigerung dieses Niveaus, wozu die Drucktechnik ja eine der Voraussetzungen war, arbeiteten im Verlag nahezu alle damals mit Kunst, Kultur und Wissenschaft befaßten Persönlichkeiten Europas mit.  

Bereits 1885 konnte F. Bruckmann das gesamte britische Druckmonopol brechen, denn durch die Einführung des Tiefdruckverfahrens als dritter Drucktechnik, die 1890 mit der Erfindung des RAKEL-Tiefdrucks durch K. KLIETSCH noch weiter verbessert wurde, hatte er die Spitze an drucktechnischer Qualität erreicht - und dies bis heute. Dieser Tiefdruck konnte nur durch die Benützung einer Dichromat-Gelatine als Bildträger den außerordentlichen Farbtonreichtum und die für das Auge rasterlose fotographische Halbtonwiedergabe und Schärfe erreichen, was dem gewachsenen europäischen Kunstverständnis und dem Wunsch nach möglichst originaltreuer Wiedergabe auch subtilster Farbtöne entsprach und es damit auch gestattete, sich im trauten Heim ein „imaginäres Museum“ einzurichten. 

2.  Die Dichromat-Gelatine, der wetterlaunische Star des Kupfer-Tiefdrucks.

Seit 1900 wurde diese Tiefdrucktechnologie rund 50 Jahre lang ohne wesentliche Verbesserungen in der nun „Graphische Kunstanstalten F. BRUCKMANN KG“ genannten Firma in München angewandt, obwohl die im Produktionverfahren als Bildträger eingesetzte Dichromat-Gelatine enorme Schwierigkeiten durch ihre in der fotografischen Reproduktionstechnik seit langem bekannte Wetterempfindlichkeit (Meteorotropie) bereitete. Diese Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen, scheiterten an den geringen oder noch nicht vorhandenen Kenntnissen auf den Gebieten der Biochemie, Molekularbiologie sowie der technisch-elektronischen Regelmöglichkeiten.  

Den hohen und neuen Ansprüchen, die im wirtschaftlichen Aufschwung nach dem 2. Weltkrieg vor allem in Europa und Japan nicht nur an die Farbqualität der Kunstreproduktionen, sondern z.B. auch an die Wiedergabe der Farbmuster in einem Textilkatalog oder an die Farbkultur auch der „Regenbogenpresse“ gestellt wurden, konnte nur das „naßchemische“ Verfahren des RAKEL-Tiefdrucks erfüllen. Die meteorotrope „Krankheit“ der Dichromat-Gelatine behinderte allerdings den industriellen Produktionsablauf zeitweise so stark, daß in den 50er und 60er Jahren durch den zunehmend harten Konkurrenzkampf diese wetterbedingten Verluste in der gesamten Druckindustrie - vor allem nach der Einführung hochleistungsfähiger Rotationspressen im Farbdruck - immer häufiger ein wirtschaftlich unerträglich hohes Maß annahmen.   

Es wundert deshalb nicht, daß die Graphischen Kunstanstalten F. BRUCKMANN  KG in München im Zwang zur Rationalisierung bei gleichzeitig geforderter weiterer Qualitätssteigerung in vorderster Linie der technischen Entwicklungen vertreten sein mußten. Der Autor selbst war als Mitarbeiter insbesonders mit der Erforschung der Meteorotropie der Dichromat-Gelatine betraut, eine außerordentlich schwierige und langjährige Aufgabe, die nur durch eine interdisziplinäre Bearbeitung der dabei immer wieder neuen Problemstellungen aus Bereichen der Physik, Biochemie, Molekularbiologie bis hin zur klinischen Medizin, Elektronik, Hochfrequenztechnik einschließlich der Meteorologie zu lösen war, so daß bis zur Einführung der neuen Technik des Farbscannings im Jahre 1983 ein exakt kalkulierbares höchstes Qualitätsniveau der Druckerzeugnisse erreicht werden konnte.   

Es war nur verständlich, wenn die internationale Druckindustrie gemeinsam versuchte, die kapriziöse Dichromat-Gelatine mit ihren verlustreichen Wetterlaunen zu verlassen und andere, dem modernen Hochgeschwindigkeits-Rotationsfarbdruck besser angepaßte Herstellungsverfahren für die Druckzylinder einzuführen. Der Übergang zum wetterunabhängigen Farbscanning über die Gravur der Zylinderoberflächen (an dessen praxisgerechter Einführung auf der Basis mathematisch-physikalisch objektiver Methoden der Autor während seiner letzten Berufsjahre ebenfalls noch mitarbeitete) bedeutete somit auch das endgültige Aus für die historische „Naßchemie“ samt ihrer verflixten Dichromat-Gelatine . . . DEM HERRN SEI DANK!

3. Die Dichromat-Gelatine und die natürliche elektromagnetische Impuls strahlung der Atmosphäre (AIS, VLF-Bereich, 3 bis 60 kHz).

Dem Herrn sei aber auch Dank dafür, daß sie uns durch ihr wetterwendisches Verhalten damals in den 70er Jahren einen ersten tiefergehenden Einblick in die „biologische Wirksamkeit elektromagnetischer Felder“ gewähren ließ! Wenn sie auch keineswegs als biologisches, d.h. lebendes System bezeichnet werden kann, ist sie doch in erster Näherung die technische Nachbildung eines Membransystems mit biologisch/biochemischen Diffusionseigenschaften, die dadurch quantifizierbar bzw. reproduzierbar wurden, wie es bei der exakt vorgegebenen Tiefenätzung von Kupferoberflächen für den Farbdruck gefordert war. Um diese Aufgabe erfüllen zu können, mußte diese Dichromat-Gelatine in einem aufwendigen Fertigungsprozess aus tierischem Bindegewebe in hochstandardisierter Eiweißkonfiguration speziell für die Druckindustrie hergestellt werden. 

Dank sei unserer Dichromat-Gelatine an dieser Stelle aber auch deshalb abgestattet, weil sie uns bei unseren Forschungen nach den Ursachen ihrer Wetterlaunen (Meteorotropie) zur absolutem Bodenständigkeit zwang: wollten wir nicht täglich die Existenz unseres Betriebes aufs Spiel setzen, konnten wir uns nicht bei den unendlichen akademischen Spekulationen oder luftelektrischen Theorie-Spielereien aufhalten, sondern wir hatten dafür zu sorgen, daß die wetterbedingten Fehldrucke möglichst bald durch entsprechend quantifizierbare bzw. skalierbare Nachsteuerung des Ätzvorganges auf ein erträgliches Maß gebracht wurden.  

Die meteorotropen Reaktionen der Gelatine auf das tägliche Wetter waren für uns deshalb das allein gültige Maß bei der von der Firma F. BRUCKMANN finanzierten Entwicklung einer eigenen Sferics-Empfangsanlage. Wir ließen uns also nur von unserem verflixten Star Gelatine leiten und konnten dadurch unser Antennensystem mit der nachgeordneten elektronischen Datenaufbereitung Schritt für Schritt ihren meteorotropen Reaktionsmustern mit nachhaltigem Erfolg anpassen: die Prozesssteuerung des Ätzvorganges über die aktuellen Sfericsdaten ließ am Ende die Ausschußquoten von ursprünglich nahezu 30% auf unter 5% absinken! 

Wenn wir also in der Ursachenforschung der Meteorotropie unserer Gelatine immer im unmittelbaren  Zusammenhang mit den betrieblichen Prozessabläufen neue Ideen und Wege verfolgen mußten, war es nahezu zwingend, daß wir häufig in Konflikt mit der etablierten Wissenschaft geraten sind. Vor allem mit unserer Sferics-Empfangstechnik, die schließlich doch die Produktion der Farbdrucke wesentlich rationeller zu gestalten half, verstießen wir offenbar gegen viele der bisherigen Vorstellungen über die atmosphärische Impulsstrahlung, wie sie vor allem von der internationalen luftelektrischen Gesellschaft (Union Radio Scientifique Internationale) auch heute noch in fast dogmatischer Form vertreten werden. Die Folge dieser Konflikte war neben der konsequenten Verhinderung weiterführender Forschung durch ablehnende gutachterliche Äußerungen aus diesen Kreisen z.B. auch das offiziell und international gültige Signum „CD-Sferics n.B.“ (nach Baumer) oder „a.t.B.“ (according to Baumer) für die nach unserer Meßmethode registrierten Sferics aus dem Gesamtspektrum der AIS, wobei „CD“ außerdem  convective discharge“ = „durch Konvektionsbewegung der Luft bedingter elektrischer Entladungvorgang“ bedeutet.  

Entsprechende Fachpublikationen entstanden, der Bundesverband Druck e.V. gab z.B. die Ergebnisse unserer Arbeiten in seinem „Technischen Informationsdienst“ (II/82) heraus, außerdem erschien neben einer Anzahl von Veröffentlichungen in internationalen Fachzeitschriften vom Autor das allgemeinverständliche Buch „Sferics“ (329 S., Rowohlt, 1987), in dem unser Forschungsweg und die Ergebnisse ausführlich dargestellt sind. Das anschließende Literaturverzeichnis gibt einen Überblick über die verschiedenen Themen unserer Forschungen. Darüberhinaus sind noch eine Reihe von interessanten Einzelheiten über die wetterwendischen „Launen“ unserer Dichromat-Gelatine dokumentiert, die ich samt ihren meteorologischen Verknüpfungen in lockerer Folge der Nachwelt gerne überliefere. Zuvor sei mir aber nochmals ein kleiner Exkurs über die hohen Qualitätsansprüche bei der Herstellung von Farbdrucken erlaubt: 

 4. Über die Qualitätsnormen beim Vierfarben-Tiefdruck.

Ein Druckerzeugnis in der Qualität einer Fotografie kann nur durch einen nahezu unsichtbaren Raster erreicht werden und dies ist bis heute nur beim RAKEL-Tiefdruckverfahren möglich. Bei diesem Druckverfahren wurden die in den Repro-Abteilungen aufbereiteten Halbton-Diapositiv-Druckvorlagen in einen Dichromat-Gelatinefilm besonderer Poly-Prolin-Helix-Konfiguration einbelichtet. Diese Gelatine muß von spezieller hochstandardisierter Art sein, denn abgesehen davon, daß sie durch Einlagerung von Chrom für Lichtwellenlängen von 380 - 400 Nanometer sensibilisiert, d.h. empfindlich gemacht wurde, müssen die Tonnuancen der Diapositive in dem maximal 15 Mikrometer dicken Gelatinefilm bei der Belichtung ein in der Tiefe so fein abgestuftes Relief erzeugen können, daß beim anschließenden „Vierfarbendruck“ auch sämtliche Farbtöne der Diavorlage lückenlos wiedergeben werden. 

Da es dem geschulten Auge möglich ist, ca. 180.000 Ton- und Farbnuancen zu erkennen und zu unterscheiden, können die „Höhen“ der einzelnen Stufen des einbelichteten Reliefs nur die Ausmaße molekularer Größenordnungen haben. Die Gesamtdicke dieser Gelatinefolien oder -filme von 15 Mikrometern mußte somit die außerordentlich feine Abstufung in Schritten von nur noch 80 Picometern (!) zulassen, um anschließend bei der Tiefenätzung der Kupferoberflächen der Druckzylinder eine entsprechend feine Abstufung zu erreichen.  

Diese technisch erzeugten mikroskopisch dünnen Bereiche innerhalb der Gelatinefilme näherten sich damit bereits den Dimensionen der biologischen Membransysteme in den neuronalen Funktionselemente des Organismus an und mußten zudem über den gesamten Produktionsablauf hinweg ihr vorgegebenes standardisiertes Dickenprofil immer exakt erreichen und einhalten, denn nur geringste Änderungen von wenigen Picometern hätten schon zu Abweichung in den Ätztiefen führen können, die beim anschließenden Vierfarbendruck zu einer für das farbtüchtige Auge nicht mehr tragbaren Farbstichigkeit geführt hätten. - Drucktechnisch gesehen war in diesem Sinne z.B. das Inkarnat der menschlichen Haut der größte Problemfall, denn bei den immer größer werdenden freien Flächen der illustren Schönheiten konnte wohl ein rot oder grün angelaufener Busen dem Betrachter keinesfalls zugemutet werden.    

Wie sich im Verlauf unserer Arbeiten immer mehr herausstellte, waren es aber nicht nur solche ästhetischen oder künstlerischen Gesichtspunkte, die von den Wetterlaunen unserer Gelatine berührt wurden. Ihre wetterabhängigen Diffusionseigenschaften machten sie noch weit mehr für grundlegendere Zusammenhänge in unserem Leben interessant, wie z.B. bei der Frage nach den Ursachen der „Wetterfühligkeit“. Auf der Suche danach spürte die Medizinmeteorologie als das zuständige Fachgebiet zwar seit langer Zeit und immer wieder auch luftelektrischen Parametern nach, blieb allerdings ebenso oft erfolglos, weil sich ihr „Knackpunkt“, d.h. der Angriffspunkt der Sferics am Organismus, offenbar hinter einer dünnen Gelatinehaut verbarg ... und welcher Meteorologe oder Mediziner auch höherer Kapazität käme von sich aus schon auf die Idee, genau deshalb beim Kunstverlag F. BRUCKMANN KG in München nachzufragen?  

5.  Bittere Erfahrungen - und die Politik...

Abschließend zu diesen historischen Betrachtungen über unserere verblichene Dichromat-Gelatine sei uns noch eine persönliche Anmerkung erlaubt: Keine Universität, kein fachlich zuständiges Institut, einschließlich des Wetterdienstes, war seinerzeit bereit oder in der Lage, uns bei unseren Problemen mit dieser uns alle schließlich betreffenden „Wetterkrankheit“ der Dichromat-Gelatine zu unterstützen - obwohl bereits im Jahre 1965 der Maschinenstillstand an einer Vierfarbenrotation von nur einer Stunde einen effektiven Schaden von fast DM 100.000 verursachte! Noch dazu bestand für dieses Tiefdruckverfahren durch einen Bundestagsbeschluß aus dem Jahre 1951 über den Rat für Formgebung sogar der „politische“Auftrag, im Interesse der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie die bestmögliche Form deutscher Erzeugnisse zu gewährleisten, womit seine volkswirtschaftliche Bedeutung zum Ausdruck kam - die dadurch noch unterstrichen wird, daß die Produktivität der Druckindustrie als ein Indikator für das Wirtschaftswachstum gilt. -  

Umso enttäuschender war für uns und die Verlagsleitung die bittere Erfahrung der Hilflosigkeit und des mangelnden Interesses des eigentlich zuständigen, vom Steuerzahler unterhaltenen akademischen Personals. Nicht ein einziger der konsultierten Lehrstühle teilt uns z.B. mit, daß in der Physik der Atmosphäre oder in der Meteorologie sogenannte „Sferics“ seit langer Zeit bekannt sind; es ist also nur einleuchtend, wenn diese teuer unterhaltenen Insitute oder Dienste von der Privatindustrie mit ihren „Laienforschern“ weit überholt werden mußten und bei entsprechendem Einsatz auch konnten!  

Ohne Kenntnis der langen Forschungsgeschichte der AIS haben wir zunächst unsere Untersuchungen völlig eigenständig vorangegebracht, fast täglich angetrieben von den immer wieder drohenden Produktionsausfällen, die sogar die wirtschaftliche Basis ganzer Firmen in Gefahr bringen konnten. Allein Prof. Dr. J. Eichmeier von der Technischen Universität München nahm sich unseres Hilfeersuchens an und unterstützte unsere Arbeiten vor allem auch dadurch, daß er den wichtigsten Ergebnissen daraus durch die Publikation in international renommierten Fachzeitschriften die „akademischen Weihen“ verlieh. -  

Ganz besonders möchte ich aber den Diplom-Meteorologen W. SÖNNING, Oberregierungsrat beim Deutschen Wetterdienst erwähnen (jetzt a.D.). Als Experte für die Wetterseite machte er vor allem deshalb unsere Probleme sogleich zu seinen eigenen, weil er darin die Möglichkeit erkannte, für die amtsverwaltete Medizinmeteorologie der klassischen Trivialparameter Temperatur und Feuchte einen zeitgemäßen Weg für die Erklärung der „Wetterfühligkeit“ zu erarbeiten. Durch günstige Umstände konnte er neben seinen Dienstgeschäften wenigstens einige Jahre lang doch so viel Zeit in eine Zusammenarbeit mit uns einbringen, daß sein Name in einer Reihe unserer Publikationen zu finden ist. Angebliche dienstliche Gründe machten allerdings bald darauf seine Versetzung in andere Umfelder notwendig, wo schließlich seine umtriebigen Sferics-Ambitionen durch Mittelstreichung leicht ausgetrocknet werden konnten ...

 

6. Die erste sichtbare Spur :  ein  „Explosionskrater“ in einer 

    Polyprolin-Helix-Gelatine  durch  Sferics - „Beschuß“.

Die Dichromat-Gelatine verlangte, wie gesagt, eine fachlich hochstehende, ja vielfach wissenschaftlich qualifizierte Behandlung. Die Einhaltung höchster Präzision war in den vielfältigen Produktionsschritten umso wichtiger, je höher die Qualitätsansprüche an die Wiedergabe der Farbtöne, ihrer Brillanz und ihres Kontrastreichtums im Endprodukt gestellt wurden. Sicher ist dies nur wenigen Konsumenten bewußt, die in der „Bunten“ blättern oder sich an Bildbänden von Fotoqualität erfreuen.  

Bereits am Beginn konnte das Herstellungsverfahren der Druckzylinder durch eine besondere meteorotrope „Krankheit“ der Dichromat-Gelatine lahmgelegt werden. Im Gegensatz zu den in früheren Veröffentlichungen genau beschriebenen meteorotropen Änderung ihrer Membrandurchlässigkeit wurde sie bislang noch nicht publiziert, da sie sich als rein physikalisch erklärbar und nicht als differenzierter biochemischer Prozess herausstellte. Für die weiteren Untersuchungen der meteorotropen Gelatinekrankheiten war sie allerdings wegweisend. 

Vorausgeschickt sollte hierzu noch werden, daß die Gelatine in einem ersten Schritt mit Eisenoxid-Pigmenten als „Photonenbremse“ versetzt wurde, um bei der Abbildung der Diapositiv-Bildvorlage die Intensität des Belichtungslichtes soweit an die Stärke dieser Gelatinemembran anzupassen, daß der für die spezielle Bildvorlage nötige Reliefumfang entstehen konnte. Diese Eisenoxid-Pigmente mußten, bezogen auf das Verfahren, natürlich von kornloser Qualität sein, d.h. die Durchmesser der Eisenpartikel durften 1 Mikrometer nicht überschreiten. Die Fotosensibilisierung dieser Gelatinebögen fand in einem vollklimatisierten und fensterlosen Raum mit 30 cm Stahlbetonmauern statt, wobei die Eisenarmierung bei der Errichtung nicht nur verdrillt, sondern Punkt für Punkt verschweißt worden war um eine volle Faradaysche Abschirmung zu gewährleisten. Nach der Sensibilisierung in einem Kalium-Dichromat-Bad mußte beim Trocknen der Bögen eine Hochglanzoberfläche ähnlich einer Hochglanzfotografie erzeugt werden, die anschließend über die spiegelnde Oberfläche des Gelatinefilms zu kontrollieren war.  

An manchen Tagen waren im Spiegel plötzlich winzigste Punkte zu erkennen, die sich in einzelnen Nestern über die großen Gelatineflächen verteilten, aber nach einigen Stunden bei den nächsten in Vorbereitung stehenden Gelatinebögen ebenso plötzlich nicht mehr auftraten. Unter der Lupe entstand der Eindruck eines „Loches“, das ggf. durch ein „Bläschen“ entstanden sein könnte. Diese in den ca. 2 qm großen Gelatinefolien spontan entstehenden Fehlstellen konnten bei der Ätzung den gesamten Druckzylinder unbrauchbar machen. Für die Ursachen dieser „Bläschen“ bestanden seit 70 Jahren die verschiedensten Theorien, die je nach Wissensstand über die Tätigkeit von Bakterien bis zu Kohlendioxid produzierenden Viren reichten.  

Die Lösung dieses Problems war zusätzlich erschwert, weil dazu die Mitarbeit vieler betroffener Firmen notwendig war. Ich war deshalb beauftragt, europaweit unter Heranziehung möglichst vieler Firmen den Ursachen dieser „Bläschenkrankheit“ nachzugehen. Dadurch standen mir Daten einer Reihe von Firmen aus West- und Mitteleuropa zur Verfügung. Ordnete man nun ihre geographische Lage nach den jeweils bei ihnen beobachteten Eintrittsterminen einer solchen akuten  „Bläschenkrankheit“ an, ergab sich immer eine auffällig von West nach Ost ausgerichtete Reihenfolge: London, Amsterdam, Düsseldorf, Stuttgart, Nürnberg, München und Klagenfurt, die genau dem mittleren Verlauf der gleichzeitig aus NW nach Mitteleuropa eindringenden atlantischen Frontensysteme mit ihren vorderseitigen Warmluftsektoren und den nachfolgenden Kaltfronten entsprach! Eine nähere Untersuchung der einzelnen Firmentermine zeigte darüberhinaus, daß die „Bläschen“  minutengenau mit dem Eintreffen der Kaltfront bzw. der Okklusionsfront vor Ort entstanden und damit ohne irgend eine Vorfühligkeit unmittelbar mit dem Frontdurchgang korrelierten.  

Die nächsten Schritte waren nun die Untersuchung der „Bläschen“ mit Hilfe der Rasterelektronen-Mikroskopie (REM) und die anschließende REM-Mikrosonden-Analyse ihrer inneren Struktur (Abb. 2).

 

Krater-Text

--  --  Abb. 1  --

--  Abb. 1  --

 

Abb. 1 zeigt die REM - Aufnahme eines „Explosionskraters“ in der Gelatine-oberfläche (Beleuchtung von rechts oben; die diagonal verlaufenden Linien sind die Schleifspuren der Glasunterlage, die sich auf den Gelatinefilm übertragen haben). Zu erkennen ist der „Kraterrand“ und die durch ihn begrenzte Fehlstelle im Gelatinematerial. In der Mitte (Pfeil) befindet sich das verursachende Eisenoxid-Partikel von ca. 15 Mikrometer Durchmesser. Die mit 1 bis 3 markierten Bereiche wurden zusätzlich einer Mikrosonden-Analyse unterzogen, s. Abb. 2.

Foto und Analysen: REM-Institut Dr. Klingele, 80538 München.

 

Analyse 1 Analyse 2  Analyse 3

--  Abb. 2  --

 

Abb. 2 zeigt die REM-Analysen der Bereiche 1, 2 und 3 aus Abb. 1.

 

Analyse 1:   Normale Oberfläche der Dichromat-Gelatine.

Analyse 2:   Kraterboden neben dem verusachenden Eisenoxid-Partikel.

Analyse 3:   Bereich mit dem Eisenoxidpartikel von 15 µm Durchmesser.

 

Ordinaten: „Elementenpeaks“ der Gelatine; Abszissen in %.

Die einzelnen Spitzen markieren rel. Größe und Art der in der Dichromat-Gelatine enhaltenen Elemente. Die „Masse“ des Eisenoxid-Pigments in 3 überragt die übrigen um das Mehrfache.  

 

Die erstaunlichen Ergebniss der REM-Untersuchung waren:

Weitere Überlegungen zusammen mit meteorologischen Registrierungen ließen dann nur noch eine Schlußfolgerung zu:

·      Es muß eine wetterabhängige elektromagnetische Strahlung auftreten, die kurzfristig wirksam sein und auch in sorgfältig elektrisch abgeschirmte Innenräume eindringen kann.

·      Ihre magnetische Feldkomponente wird in unmittelbarer Nähe der übergroßen Eisenoxidpartikel so weit verdichtet, daß sie Teilstrukturen aus dem  Gelatinefilm herausschlägt. 

Dieses Ergebnis war als ein Glücksfall anzusehen, denn wenn Bakterien oder Viren die Ursache der Krater gewesen wären, dann wäre immer noch die Frage nach dem „Warum“ geblieben. So brachte uns jedoch dieses Eisenoxid den größten Schritt weiter, denn nun war klar, daß wir nach einem spezifisch elektromagnetisch wirksamen Ursachenfaktor bei dieser Kraterbildung wie auch bei den übrigen noch wesentlich schwieriger zu lösenden meteorotropen Problemen des Redoxsystems Dichromat-Gelatine zu suchen hatten.

Der Schritt zur wetterabhängigen Impulsstrahlung der Atmosphäre als dem eigentlichen Verursacher der Wetterlaunen unserer Gelatine war also zwingend vorgegeben. Die von der Medizinmeteorologie zur Erklärung der Wetterbiotropie auch heute noch herangezogene „Akkordwirkung“ der sogen. trivialen meteorologischen Parameter wie Temperatur, Feuchte, Licht, Luftdruck, etc. hat sich damit zumindest in unserem Fall als der eindeutig falsche Weg herausgestellt. 

Nach der sehr raschen „Heilung“ unserer Gelatine von der Kraterkrankeit (die allerdings die gesamte Druckindustrie über 70 Jahre geplagt hatte!), mußte also unser nächster Schritt der Bau einer Meß- und Regiestriereinrichtung für die atmosphärische Impulsstrahlung sein. Zu Hilfe kamen uns dabei auch firmeneigene Einrichtungen wie z.B. Ätzerei oder feinmechanische Werkstatt, so daß wir nicht nur frei von der internationalen luftelektrischen Dogmatik und den sonstigen universitären Lehrmeinungen, sondern auch befreit von jeglichen finanziellen „Mittelkürzungen“ uns allein den Wetterkapricen „unserer“ Gelatine widmen konnten. - In der folgenden Literaturliste sind die wesentlichen Publikationen hierüber aufgeführt. In Stichworten ein kurzer Überblick über besondere Einzelheiten daraus, sie beziehen sich zumeist auf die durch Fettdruck hervorgehobenen Titel der Liste:

 

 

  • Die Ferritstäbe des Antennenkörpers unseres Empfangssystems waren in der Form eines Dreibeins räumlich so angeordnet, daß eine Trennung der Sfericssignale nach ihrer vertikalen bzw. horizontalen  Polarisierung möglich war.

  • Das gesamte System war auf breitbandigen Empfang zwischen 3 und ca. 50 kHz ausgelegt. Registriert und gezählt wurden allein impulsförmige Einzelsignale, technisches oder natürliches „Rauschen“ (E-Smog) blieb somit ausgesperrt.  

  • Bei längerfristigen Registrierungen zeigten sich festliegende Häufigkeitsmaxima der gezählten Impuse bei 4, 6, 8, 10, 12, 28 und 50 kHz.

  • Impulse mit einer Frequenzform von 4 bis 12 kHz konnten nur mit dem vertikal und diejenigen des 28 kHz-Bandes nur mit den beiden horizontal ausgerichteten Ferritantennenkörpern empfangen werden.

  • In einem weiteren Schritt erfolgte im Hinblick auf die biochemische Wirksamkeit die Auswahl und Zählung der Impulse über eine Fourieranalyse, wobei jeder gemessenen Frequenz eines der o.g. Bänder innerhalb einer Bandbreite von jeweils +- 500 Hz zugeordnet wurde. Einzelimpulse konnten dabei durch Superposition auch mehrere Frequenzen enthalten.

  • Einer besonderen EMP-typischen Form der Impulse, „Urimpuls“ oder „Hackl“ von uns genannt, konnte keine Frequenz zugeordnet werden. Da sie nur in Verbindung mit einer besonderen Wettersituation zu beobachten war, wurde sie gesondert registriert.

  • Vergleiche längerer Sferics-Registrierreihen mit charakteristischen Vorgängen der atmosphärischen Wetterdynamik ergaben statistisch gesicherte frequenzspezifische Zusammenhänge.

  • Untersuchungen am Max-Planck-Institut für Biochemie (Prof. Dr. G. Ruhenstroth-Bauer) erbrachten andererseits statistisch gesicherte Korrelationen zwischen bestimmten Frequenzen bzw. -kombinationen und dem meteorotropen Verhalten  von biologischen Parametern und medizinischen Kollektiven.

 

 

 

Literaturauswahl,  

zusammengestellt nach chronologischer Folge: 

Katalog Nr.

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P 50     H.Baumer, J.Eichmeier: Eine Anlage zur Registrierung der Atmospherics bei 10 und 27 

           
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