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Die natürliche elektromagnetische 
Impulsstrahlung der Atmosphäre (AIS).
 

(Die "Wetterstrahlung" im VLF-Bereich von 2 . . . 60 kHz).
  

  • Entdeckt wurde die AIS gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als die ersten Nachrichtenübermittlungen mit Hilfe der „drahtlosen Telegraphie“ nicht selten durch eine atmosphärische „Strahlung“ erheblich gestört worden sind. Die Urheber des manchmal alle Botschaften übertönenden Knackens, Pfeifens oder Rauschens im Kopfhörer der Empfangsstation, die parasites atmsphériques, sferics, Atmospherics oder atmosphärische Parasiten, wie man sie nannte, erforschte man natürlich besonderss während des 1.Weltkrieges und in den Jahren danach soweit, daß schon in den 30er Jahren diese natürlichen elektromagnetischen „Signale“ vor allem in England, Frankreich und in der Schweiz als Wetterbotschaften verstanden worden sind und für die Wetterbeobachtung nutzbar gemacht werden konnten. Es entstand das Fachgebiet der Radiometeorologie, das im 2. Weltkrieg von den beteiligten Mächten schließlich als genügend kriegswichtig zur „Geheimsache“ erklärt wurde, da es z.B. über eine Frequenzanalyse der AIS die Anpeilung von Schlechtwettergebieten (Kaltfronten, Schauergebiete, Gewitterherde) über mehrere tausend Kilometer hinweg und deren Darstellung in eigenen Wetterkarten erlaubte. Aus unerfindlichen Gründen verschwanden aber in den Nachkriegsjahren alle diese z.T. schon sehr eingehenden Kenntnisse und technischen Verfahren in den Archiven und blieben seither offenbar in der „offiziellen“ Wetterforschung und in den Wetterdiensten vergessen.

  • Bald nach ihrer Entdeckung gerieten diese atmosphärischen Parasiten oder Sferics in den 20er Jahren gleichzeitig auch in den dringenden Verdacht, als der gerade damals mit besonderem Nachdruck gesuchte biotrope (= biologische Systeme beeinflussende) Wetterfaktor für die vielfältigen und traditionell bekannten Syndrome der „Wetterfühligkeit“ verantwortlich zu sein. Bei den biometeorologischen Fragestellungen spielte die AIS vor den „trivialen“ Wetterfaktoren wie Temperatur, Feuchte oder Druck deshalb eine wichtige Rolle (schon vor 80 Jahren!), weil man in ihr einen unmittelbar auf das Nervensystem (neurotrop) wirkenden Umweltfaktor vermutete. - Wenn auch die Medizin-meteorologie als Spezialgebiet der Biometeorologie vor allem in den Jahrzehnten nach dem 2.Welt-krieg eine große Materialfülle über die meteorotropen (wetterabhängigen) Reaktionen bei Mensch und Tier zum Gesamtbild einer Phänomenologie der Wetterbiotrpie zusammentragen konnte, blieb die Frage nach dem eigentlich wirkenden Wetterfaktor und nach dem Wirkungsweg, d. h. die Kausalfrage im wesentlichen unbeantwortet - und dies ist sie „offiziell“ jetzt noch, wohl als Folge davon, daß diese „Wetterstrahlung“ seither zum Stiefkind in Forschung und Praxis geworden ist. -

  • Ein erneuter Forschungsimpuls für die Biotropie der AIS ergab sich schließlich aus wirtschaftlichen Erfordernissen in der graphischen Industrie. Seit Einführung des Kupfertiefdrucks in der Farbreproduktion (Vierfarbendruck) um 1860 traten immer wieder wetterabhängige Farbverschiebungen in den Druckerzeugnissen auf, die beim Einsatz der hochleistungsfähigen Rotationspressen ab 1960 nicht selten zu unerträglich hohen betrieblichen Verlusten führten. In umfangreichen Untersuchungen und durch die eigene Entwicklung einer speziell auf den Produktionsprozess beim Vierfarben-Rotationsdruck ausgerichtete Sferics-Empfangsanlage gelang es beim F. BRUCKMANN Verlag in München in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München in den 80er Jahren schließlich, besondere Sfericsformen der AIS für diese wetterabhängigen Farbänderungen verantwortlich zu machen, indem er ihren Einfluß auf die biochemischen Membraneigenschaften der beim Ätzverfahren der Kupferzylinder verwendeten fotographischen Dichromat-Gelatine nachwies. Die exakte Darstellung der biochemisch wirksamen Anteile der AIS ermöglichte schließlich die Senkung der Ausschußquoten bei den Druckerzeugnissen von anfangs bis zu 30 % auf unter 5 %. Diese „besonderen“ Sfericsformen in der AIS sind als CD - Sferics (a.t.B). = Convective Discharge Sferics in der Literatur bekannt.

  • Die hohen Qualitätsansprüche beim Vierfarbendruck machten es notwendig, die Meßgenauigkeit der Sferics-Empfangsanlage in mehreren Schritten und unter hohem Aufwand dem meteorotropen Verhalten der als Membransystem dienenden Dichromat-Gelatine soweit anzupassen, daß eine den ak-tuellen Sfericsraten proportionale zeitliche Aussteuerung des Ätzvorganges möglich wurde. Die Me-teorotropie der Gelatine zeigte sich je nach Frequenzstruktur der Sfericsimpulse in einer Verlänge-rung oder in einer Verkürzung der Diffusionszeiten des Ätzmittels Eisen-3-Chlorid durch die bei der Kupferätzung im Tauchbad dicht auf den Zylinderen aufliegenden Gelatinemembrane hindurch, so daß auch die effektiven Ätzzeiten für die Kupferoberflächen entsprechenden Schwankungen unter-lagen. Da für die Qualität der Farbwiedergabe jedoch die exakte Einhaltung der normierten Ätztiefen auf den Zylinder-Druckvorlagen Voraussetzung ist, führten dabei auch nur geringste durch die AIS bedingte Änderungen bereits zu nicht mehr tragbaren Farbstichen beim anschließenden Druck. Mit Hilfe biochemischer Arbeitshypothesen war es möglich, die Ursachen dieser wetterabhängigen Diffusionszeitverschiebungen auf makromolekulare Strukturänderungen im hochstandardisierten Kollageneiweiß der Gelatine zurückzuführen, wobei offenbar Resonanzen an bestimmten schwingungsfähigen Abschnitten der knäuelförmigen Kollagen-Eiweißstrukturen der Dichromat-Gelatine mit den Sfericsfrequenzen die Porenweiten vorübergehend vergrößerten oder verkleinerten.

 

Aus langfristigen Registrierungen der AIS ließen sich fünf wesentliche Ergebnisse ableiten:

1. Die Atmosphäre „sendet“ einzelne Impulse mit stark abfallenden Amplituden bestimmter Frequenz oder Frequenzüberlagerung aus, die bei genügend langer Registrierung ein kontinuierliches Impuls-frequenzspektrum zwischen ca. 3 und 50 kHz ergeben. Wie „Linien“ mit Bandbreiten von ca.1000 Hz erscheinen darin festliegende und von charakteristischen Wettervorgängen abhängige Häufigkeitsmaxima dieser Frequenzen bei 4, 6, 8, 10, 12, 28 und 50 kHz.
2. Die ebenfalls wetterabhängige „Intensität“ der Impulsstrahlung in diesen Frequenzbändern, d.h. die jeweiligen Impulsfolgefrequenzen können dabei Werte bis über 100 Hz erreichen.
3. Impulse mit Frequenzen bei 4, 8 und 10 kHz wirken in der als biochemische Membrane verwende-ten Dichromat-Gelatine porenverengend bzw. diffusionszeitverlängernd für das diffundierende Ätzmittel, während Impulse um 28 kHz über eine Porenerweiterung die Diffusionszeit verkürzen. Voraussetzung für die biochemische Wirksamkeit sind allerdings resonanzfähige Formen der Impulse und bestimmte Schwellenwerte für die Impulsfolgefrequenz.
4. Einer besonderen Impulsform (bekannt als EMP = ElectroMagneticPuls) konnte durch Fourieranalyse keine Frequenz zugeordnet werden, so daß sie als nicht resonanzfähig, d.h. als biochemisch unwirksam ausgeschieden, aber wegen ihres meteorologischen Informationsgehalts, gesondert registriert wurde. Sie ist jedoch die Urform, aus der sich die Impulse mit analysierbarem Frequenzinhalt während der Ausbreitung im Atmosphärenraum ableiten.
5. Signale von sichtbaren Blitzen erwiesen sich wegen ihrer gänzlich andersartigen Form und erheblich längeren Andauer ebenfalls als biochemisch unwirksam und wurden, da sie außerdem allein zur Blitzzählung geeignet sind, in der Empfangsanlage ausgeblendet.
  • Vergleiche längerer Registrrierreihen der AIS mit dem gleichzeitigen, nach medizinmeteorologischen Kriterien klassifizierten stündlichen Wetterablauf ergaben enge frequenzspezifische Zusammen-hänge der o.g. Frequenzen mit charakteristischen Vorgängen der atmosphärischen Wetterdynamik. Im einzelnen zeigte sich ein enger Zusammenhang zwischen dem Frequenzband bzw. den -bändern:

 

10 kHZ und   horizontaler Luftströmung, meist unter stabiler Luftschichtung;
28 kHz und   hochreichender Vertikalturbulenz bei labiler Luftschichtung;
8 und 10 kHz und   Zufuhr von wärmerer Luft;
10 und 12 kHz und   Zufuhr von kälterer Luft;
EMP  und  Grundschichtlabilität (bis ca.3000m Höhe), darüber Inversion mit Absinken in der Höhe; Anzeige der Nebelauflösung bei Inversionslagen;
Anzeige der Vorentladungen (Ruckstufen) von (sichtbaren) Blitzen.

 

Diese Befunde erlaubten es, nahezu das gesamte von der Medizinmeteorologie in der o.g. Phänomenologie der Wetterbiotropie zusammengetragene Material zwanglos mit dem Auftreten dieser Frequenzen der AIS in einen engen Zusammenhang zu bringen. In weitergehenden Untersuchungen am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried b.München konnten enge und ebenfalls frequenzabhängige Zusammenhänge zwischen der AIS und dem meteorotropen Verhalten medizinischer oder biologischer Kollektive, wie z.B. epileptische Anfälle, Herzinfarkte, Hörstürze, Schlafstörungen, EEG-Ableitungen oder Entzündungsreaktionen bei Ratten, gefunden und damit die „klassischen“, auf Korrelationsstatistiken beruhenden Ergebnisse bestätigt und in Richtung eines kausalen Wirkungsweges erweitert werden. Einer medizinischen Forschergruppe an der Justus-Liebig-Universität in Giessen gelang es erst kürzlich nachzuweisen, daß durch Applikation künstlich erzeugter Sfericsformen bei Probandengruppen die a- und b-Aktivität des Gehirns beeinflußt wird.

Literatur beim Verfasser !

 

Dipl.Met. Walter Sönning, Ichoring 8, D-82057 Icking, T. 08178/5842 Nov. 2001



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