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Dipl. Met. Walter Sönning, Ichoring 8, D - 82057 Icking Januar 2001
Unter der Wetterbiotropie versteht man die Fähigkeit bestimmter Abläufe des täglichen Wetters (z.B. Wetterfronten), Reaktionen im Organismus auszulösen, während mit Meteorotropie die wetterabhängigen Reaktionen des Organismus selbst bezeichnet werden. Grundsätzlich unterscheidet man dabei die Wetterreaktion, der Mensch, Tier und Pflanze gleichermaßen unterworfen sind. Sie verläuft unbewußt, ist aber in physiologischen Meßgrößen (Blutdruck, Reaktionszeit,etc.) nachweisbar. Die Wetterfühligkeit dagegen wird dem Betroffenen durch eine spürbare Beeinträchtigung des Befindens (Kopf- oder Narbenschmerzen, Migräne, Schlafstörungen, depressive Stimmungslagen oder Abgeschlagenheit,etc.) im eindeutigen Zusammenhang mit bestimmten Wetterereignissen bewußt. Über 60% der Bundesbürger bezeichnen sich bei Umfragen als wetterfühlig. Erreichen die meteorotropen Beschwerden in etwa 1 bis 5% dieser Fälle echten Krankheitswert, kann man von einer Wetterempfindlichkeit oder Wetterkrankheit sprechen, die jedoch nur als Verstärkung eines schon vorhandenen Grundleidens anzusehen ist. Sie kann sich steigern bis zur Auslösung akuter klinischer Ereignisse, wie es die bei biotropen Wetterlagen signifikant um 15% oder mehr erhöhten Fallzahlen von Herzinfarkten, Schlaganfällen, Lungenembolien, Geburten oder Todesfällen, etc. ausweisen.
Vergleichende Studien zwischen meteorotropen medizinischen Syndromen und einzelnen, nach meteorologischen Gesichtspunkten klassifizierten Wettervorgängen haben in den letzten 100 Jahren vor allem im deutschsprachigen Raum ein umfangreiches, auf korrelationsstatistischer Basis gesichertes Material von positiven Zusammenhängen erbracht, die ein in sich schlüssiges Bild einer Phänomenologie der Wetterbiotropie ergeben. Dabei zeigte sich bei den untersuchten Kollektiven immer wieder eine Doppelgipfligkeit der meteorotropen Reaktionen z.B. in dem Sinne, daß an der Vorderseite von Tiefdruckgebieten bei der hier charakteristischen Zufuhr stabil geschichteter Warmluft subtropischen Ursprung vor allem entzündliche Prozesse und hypotone Reaktionsformen verstärkt auftreten, während im Bereich der labil geschichteten Kaltluft an der Tiefrückseite spastisch-hypertone Reaktionsformen (Steinkoliken, u.a.) vermehrt sind. Die statistische Sicherung besteht darin, daß diese nach tausenden zählenden Untersuchungen in der retrospektiven Zusammenschau als ein, räumlich wie zeitlich gesehen, umfangreicher Feldversuch im Doppelblindverfahren gewertet werden können.
Die Frage sowohl nach dem eigentlich wirkenden Wetterfaktor als auch nach dem kausalen Wirkungsgefüge im physiologisch-organischen Geschehen blieb bei allen Untersuchungen jedoch bis heute für die offizielle Forschung im wesentlichen noch unbeantwortet, d.h. es konnte der endgültige, im strengen Sinne kausalbezogene und objektive Beweis auf der Basis der Molekularbiologie oder Biophysik für die Biotropie bestimmter Wetterlagen und umgekehrt für die Meteorotropie biologischer Systeme noch nicht erbracht werden.
Schon vor etwa 80 Jahren geriet die damals in vielen Einzelheiten schon bekannte natürliche elektromagnetische Impulsstrahlung der Atmosphäre (AIS, Frequenzbereich ca. 2 bis 60 kHz) bei den Biometeorologen und Ärzten in den Verdacht, dieser spezielle biotrope Faktor zu sein, der im Rahmen des schon bekannten neurotropen atmosphärischen Wirkungskomplexes am Organismus angreifen könnte. Zum besseren Verständnis:
Diese Strahlung äußert sich in Einzelimpulsen (Sferics) von stark gedämpfter Schwingungssform, denen über Fourieranalysen jeweils eine/mehrere Frequenz/en aus o.g. Bereich zugeordnet werden kann/können. Im gesamten o.g. Frequenzbereich können in einzelnen Abschnitten (Bändern) Häufungen dieser Einzelfrequenzen liegen, so daß sich eine Art ‘Bandenspektrum’ ergibt. Die Impulsrate (Impulse pro Sekunde, sie liegt zwischen 0 und ca. 150 Hz) gilt als Maß für die Intensität der AIS.
Neue Aktualität erhielten diese Überlegungen seit den 60er Jahren in der graphischen Industrie, wo durch die Einführung des Vierfarben-Rotationsdrucks die schon seit jeher bekannten wetterabhängigen Störungen bei der Kupfer-Tiefenätzung zu teilweise nicht mehr tragbaren wirtschaftlichen Verlusten durch Farbfehldrucke führten. Im Rahmen industrieller Forschung beim BRUCKMANN-Verlag konnte sie schließlich Hans Baumer zusammen mit Prof. Josef Eichmeier von der Technischen Universität München in den Jahren 1977 bis 1983 mit dem wetterabhängigen Auftreten dieser AIS in festliegenden Frequenzbändern bei 4, 6, 8, 10, 12, 28 und ca. 50 kHz (mit Bandbreiten um ±500 Hz) in Zusammehang bringen. Biochemische und molekularbiologische Arbeits-hypothesen erlaubten es H.Baumer in der Folge, Permeabilitätsänderungen der beim Ätzvorgang als biochemisch wirksame Membrane eingesetzten hochstandardisierten Dichromat-Gelatine mit der Folge einer von der Norm abweichenden Diffusionszeit für das Ätzmittel als die Quelle der Fehlätzungen nachzuweisen. Die physikalische Erklärung liegt demnach in den temporär veränderlichen Porenweiten der Membrane durch Resonanzen in den molekularen Makrostrukturen der Dichromatgelatine bei Einwirkung äußerer Magnetfelder von resonanzfähiger Frequenzstruktur. In längerfristigen Untersuchungen erwies sich z.B. die Frequenzgruppe von 4, 8 und 10 kHz bei entsprechender Impulsrate als porenverengend und die Frequenen um 28 kHz als porenerweiternd wirksam. Damit war die AIS als ein (nichtthermisch) biochemisch wirksamer und wetterabhängiger biotroper Faktor identifiziert.
Die oft erheblichen Ausschußquoten bei den Druckerzeugnissen (bis zu 30%) konnte H. Baumer in der Folge durch die gezielte Korrektur der Diffusionszeiten für das Ätzmittel entsprechend der aktuell registrierten Intensität der AIS-Frequenzmuster langfristig auf unter 3% absenken. Als wesentlich für die Diffusionseigenschaften der Gelatiefolien haben sich dabei außerdem die Impulsfolgefrequenzen (ca. 0.1 bis 100 Hz) in den einzelnen Frequenzbändern erwiesen, deren Variationen gleichfalls bestimmte Muster zeigen. Bestätigt und weitergeführt wurden diese Arbeiten durch zahlreiche Untersuchungen am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried bei München (Prof. Ruhenstroth-Bauer), die in internationalen Fachpublikationen dargestellt sind.
Vergleiche längerer Registrierreihen der AIS mit dem gleichzeitigen, nach medizinmeteorologischen Kriterien klassifizierten Wetterablauf ergaben in einer Vielzahl von Kombinationsmöglichkeiten einen engen Zusammenhang der o.g. festliegenden Frequenzmaxima mit charakteristischen Vorgängen der atmosphärischen Wetterdynamik (Sönning), z.B. zwischen 10 kHz und horizontalen Luftströmungen unter stabilen Schichtungsbedingungen, zwischen 28 kHz und hochreichender Turbulenz in labiler Kaltluft, zwischen 8 zusammen mit 10 kHz und Zufuhr wärmerer Luft, zwischen 10 zusammen mit 12 kHz und Zufuhr kälterer Luft, etc., etc.
Diese Befunde erlaubten es, nahezu die gesamte von der Medizinmeteorologie erarbeitete o.g. Phänomenologie der Wetterbiotropie zwanglos an die in dieser Form frequenzspezifisch differenzierte atmosphärische Impulsstrahlung anzubinden. Da gleichzeitig die biochemische Wirksamkeit dieser nach resonanzfähigen Impulsformen differenzierten AIS von H. Baumer nachgewiesen werden konnte, sind neue Ansätze zur Klärung der Kausalfrage der meteorotropen Reaktionen bei Mensch und Tier möglich geworden.