Copyright © by Dipl. Met. Walter Sönning, Online auf der e-smog.ch seit der 16.02.2001

Offener Brief

einer kleinen Bürgerinitiative, die sich gegen die überfallartige Errichtung eines Mobilfunkmasten mitten in ihrem Wohngebiet wehrt. Dieser Brief wurde allerdings an die zuständige Betreibergeselleschaft T T als ein Schreiben in stark abgeänderter Form gerichtet. Der hier vorliegende Text ist also nur virtuell zu verstehen, wenn er auch auf der Wirklichkeit des Lebens von betroffenen Bürgern "in diesem unserem Lande" beruht. Er wäre aber die eigentlich wahre Antwort auf das wirkliche Schreiben des technischen Gebietsleiters dieser bekannten Mobilfunkgesellschaft an die Initiative, die nur um Mitteilung von technischen Daten der geplanten Sendeanlage gebeten hatte. Sie hatte dabei unter Vorlage eines Fachgutachtens aber auch ihre Sorgen bezüglich des Gesundheitsrisikos der zu erwartenden Strahlungsbelastung besonders für die unmittelbaren Anrainer dieses Sendemasten zum Ausdruck gebracht. In dem beigefügten Gutachten waren 191 deutsche und internationale Fachpublikationen aus den letzten 10 Jahren zitiert und referiert, die alle auf eine biologische Wirksamkeit der neuen gepulsten elektromagnetischen Felder des Mobilfunks mit den damit verbundenen erheblichen gesundheitlichen Risiken hinweisen und in Teilen bereits schon objektiv belegen können.

Sehr geehrter Herr T T !

Ihr Antwortschreiben v. 19.1. auf unsere Bitte um nähere Informationen bezüglich des geplanten Sendemasten in unserem Wohngebiet haben wir erhalten. Ihren Ausführungen müssen wir jedoch folgendes entgegenhalten:

Zunächst möchten wir uns gegen Ihre mit eloquenten Formulierungen kaschierte Unverschämtheit verwahren, die uns offenbar unterstellen will, daß wir in Sorge um unsere Gesundheit und die unserer Kinder "abenteuerlichen und suggestiven" Zitaten eines Gutachters auf den Leim gehen würden, die einem "Schreckenszenario" entstammen würden, das von Leuten "konstruiert" werde, denen Sie außerdem eine damit betriebene Geschäftemacherei vorwerfen. - Diesen von Ihnen angeschlagenen Tenor empfinden wir außerdem geradezu als eine Verhöhnung jeglichen Sachverstandes, womit Sie sich im Gegensatz zu Ihren herablassenden Beteuerungen allerdings bereits aus jeder sachbezogenen Diskussion entfernt haben.

Wir entnehmen daraus andererseits, daß den Mobilfunkbetreibern angesichts der nahezu schon unüberschaubar gewordenen - und noch weiter anwachsenden - Zahl von Indizien und wissenschaftlichen Befunden für eine Gesundheitsgefährdung durch den Elektrosmog des Mobilfunks, insbesonders durch die gepulsten Frequenzen der geplanten UMTS-Technologie, keine entlastenden Argumente mehr zur Verfügung stehen, wie sich z.B. auch bei der Anhörung im Bayerischen Landtag im letzten November herausgestellt hat. Zur Erreichung ihrer Ziele verbleiben ihnen wohl nur noch die Mittel der Unterdrückung, Diffamierung, der Falschmünzerei und des überfallartigen Handelns. Es offenbart sich darin neben einer antidemokratischen Gesinnung mit nahezu krimineller Potenz aber auch die zunehmende Nervosität, die in den Führungsetagen der Mobilfunkgesellschaften mit dem Blick auf die Widerstände in immer größeren Teilen der Bevölkerung um sich greift: schließlich stehen zig-fache Milliardenbeträge zur Disposition. Demgegenüber erscheint uns Ihre Besorgnis über unseren Aufwand von einigen hundert DM für ein Gutachten, das uns Meßwerte und Fakten nennt, die uns von Ihnen vorenthalten wurden, schon etwas merkwürdig.

 

Auf die von Ihnen begonnene Grenzwertdiskussion möchten wir uns aus mehreren Gründen nicht einlassen: ausweislich Ihrer Ausführungen fehlt Ihnen hierzu offenbar das nötige Fachwissen bezüglich der biologischen Wirksamkeit von gepulsten E-Feldern, oder Sie unterliegen einer Schweigepflicht bestimmten Fakten gegenüber, die schon längst bekannt und wissenschaftlich belegt sind. Fakten, die die von Ihnen vertretenen - und in Deutschland im Gegensatz zu vielen anderen Ländern offiziell leider immer noch gültigen - Grenzwerte als Zumutung für den kritischen Verstand eines Normalbürgers erscheinen lassen. Diese Grenzwerte beziehen sich doch allein auf die thermischen Wirkungen in biologischen Systemen und sind deshalb für die gesundheitlichen Auswirkungen von Mobilfunkfrequenzen auf die damit flächenhaft und andauernd bestrahlte Bevölkerung unerheblich.

Wir können Ihnen jedenfalls versichern, daß kein Teilnehmer unserer Initiative etwa deshalb aktiv geworden ist, weil er befürchtet hätte, von den Mobilfunkstrahlungen des nächsten Sendemasten knusprig gegrillt zu werden! Ebenso können wir Ihnen versichern, daß wir den von Ihnen empfohlenen Abstand von 1.4 Metern von den Antennenkörpern strikt einhalten werden! Wir möchten Ihnen andererseits aber dringend empfehlen, sofern Sie auf eine sachbezogene Diskussion noch Wert legen sollten, solche - wenn auch verdeckt - vorgebrachten schwachsinnigen Unterstellungen doch endlich ad acta zu legen, genauso, wie viele andere Länder es mit den allein dem Kommerz dienenden unrealistisch hohen und Jahrzehnte alten ICNIRP (WHO) - Grenzwerten angesichts der neueren Befunde schon längst vorsorgend gemacht haben!

Maßgeblich für unsere Argumente gegen den vorschnellen, ja überstürzt und ohne vorausgehende sorgfältige Grundlagenforschung betriebenen Ausbau dieser gesundheitlich für die Gesamtbevölkerung hochriskanten Mobilfunktechnologie sind ausschließlich die nichtthermischen Wirkungen im Organismus, die von den Funkbetreibern wohlweislich nie angesprochen werden, da sie bereits bei einer um viele Größenordnungen geringeren als der von Ihnen genannten Leistungsdichte der E-Felder auftreten.

 

Hierzu nur das Stichwort "Information": Es geht nicht, wie gesagt, um die Übertragung von Energie auf den Organismus, sondern von Information, ähnlich, wie der Leser dieser Zeilen nicht den physischen Druck auf die Buchstabentasten unseres PC verspürt, sondern allein durch die gezielte Buchstabenabfolge seine eigenen Gehirnwindungen o.a. aus eigener Kraft in Bewegung versetzt! Elektromagnetische Wechselfelder können über Resonanzwirkungen an biochemischen, molekularbiologischen oder neurologischen Funktionssystemen aller Größenordnungen nahezu ohne Energieübertragung zu einer Beeinflussung der vegetativen Regulationsordnung des Organismus führen, der aber aus folgenden drei wesentlichen Gründen im Endeffekt eine massive Störung der körpereigenen Regulation, d.h. der Gesundheit des bestrahlten Individuums unterstellt werden muß:

  • Die Grundlagenforschung auf den Gebieten der Biophysik/ Bioinformation, Molekularbiologie, Neurophysiologie, etc. über die gesundheitlichen Auswirkungen technischer E-Felder hat in den letzten Jahren zunehmend eine Reihe wichtiger Fakten erbracht, die mit dem Erscheinen jeder neuen - und unabhängigen - Studie hierzu die Besorgnis eines gesundheitlichen Risikos der Mobilfunkfrequenzen weiter erhöhen. Hinzu kommt, daß diese Forschungsfelder erst am Anfang ihrer Entwicklung bzw. ihrer notwendig interdisziplinären Zusamenarbeit stehen, wobei deren Umfang und Tempo mit dem rasanten Ausbau der Mobilfunktechnik allerdings aus Mangel an Förderung nicht mithalten kann.
  • Die Struktur der gepulsten technischen Mobilfunkfrequenzen - vor allem die der geplanten UMTS-Frequenzen - nähert sich immer mehr biologisch wirksamen Frequenzmustern an, so daß "nichtthermische" Effekte, d.h. Resonanzwirkungen am biologischen "Substrat" ohne meßbare Energieübertragung immer wahrscheinlicher werden, wenn sie nicht schon Realität geworden sind. E-Felder, wie z.B. die natürliche elektromagnetische Impulsstrahlung der Atmosphäre (VLF/ELF-Bereich, "Wetterstrahlung") sind zwar Teil des naturgegeben Umweltinventars des Menschen, wie auch die natürliche Radioaktivität, die Evolution hatte im Laufe von 2 Milliarden Jahren aber Gelegenheit, sich ihnen soweit anzupassen, daß, wie im Falle der Wetterfühligkeit, von ihnen allein keine gesundheitlichen Dauerschäden verursacht werden können. Dies zeigt sich z.B. darin, daß die nur bei bestimmten Wetterlagen kurzfristig auftretenden resonanzfähigen Sfericsimpulse nur reversible und keine dauerhaften Veränderungen z.B. in der Raumstruktur von Kollageneiweiß (Gelatine) bewirken.
  • Der geplanten flächendeckenden und ununterbrochen wirksamen Strahlungsbelastung durch die gepulsten technischen E-Felder des Mobilfunks der neuen Art und bislang noch kaum bekannten biologischen Wirkungspotentials kann hingegen kein Bürger entgehen, auch wenn er sein Händi entsorgt oder sich abseits in den tiefen Wald verzieht. Es ist sogar zu befürchten, daß es durch die Überlagerung der biologisch wirksamen natürlichen und technischen Felder zu Synergismen kommen kann mit der Folge gesundheitlicher Schädigungen neuer Art ( s.o.!).

 

- Sehr geehrter Herr T T, sehen Sie doch endlich ein, daß Sie und Ihre Kollegen mit Beteuerungen, Beschwörungen und Diffamierungen keinen des Lesens kundigen und kritischen Normalbürger mehr aus dem wachsenden Wald der Argumente gegen den Mobilfunk heutiger Technologie herauslocken werden!

- Bedenken Sie, daß die von den Mobilfunkbetreibern wie vom Rattenfänger von Hameln umworbenen Kids auch immer mehr des Lesens kundig werden!

- Seien Sie außerdem überzeugt, daß in nicht allzu langer Zeit die Erkenntnis, die gesundheitliche Belastung durch Mobilfunkfrequenzen beginnt bei der Dosis Null, sich genauso im politischen Handeln gegenüber den Mobilfunkbetreibern durchsetzen wird, wie seinerzeit der Atomlobby gegenüber, wodurch schließlich die Steinzeittechnologie der WAA zum Wohle einer ganzen Region, ganzer Länder, verhindert wurde!

Zum Letzten: wenn Sie schließlich Ihre die Fakten verleugnende und schon diffamierende Polemik gegenüber dem von uns vorgelegten Gutachten als Ihren Beitrag zur "Versachlichung" unserer Diskussion anbieten wollen, dann müssen wir dankend ablehnen und können Ihre Ausführungen nur noch kommentierend beantworten. - Was uns allerdings bleibt, ist ein noch größeres Mißtrauen, nicht etwa gegenüber "unserem demokratisch legitimierten Rechtssystem, das sich seit 50 Jahren bewährt hat", wie Sie es uns in verdeckt perfider Weise offenbar unterstellen wollen, sondern gegenüber bestimmten Herren andersartiger Gesellschaften, die versuchen, gerade diesen - unseren - Staat mit lumpigen 100 Milliarden zu korrumpieren ohne Rücksicht auf die gesundheitlichen Belange des dazugehörenden Volkes. Wie Sie aber aus der Geschichte vielleicht wissen, enden solche Versuche zwar meist opfervoll, sie sind aber noch nie gelungen!

Mit freundlichen Grüßen !

W. Sönning Icking / Isartal, im Fasching 2001

 



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